Ein Leitfaden für Reisefotografie

von Andrew Ling

Portrait Andrew Ling

Andrew Ling

Reisefotograf und Produzent aus Seattle, Washington

In der Vergangenheit ist die Landschaftsfotografie grossformatigen Laufbodenkameras vorbehalten gewesen, wodurch lange Wanderungen mit schwerem Equipment an der Tagesordnung waren. Heutzutage ermöglichen es die kleineren und leichteren digitalen Mittelformatkameras aktiven Fotografen, auf den höchsten Gipfeln und auf schwierigem Terrain unter rauen Umweltbedingungen hochauflösende Landschaftsfotografien zu erzeugen.

PLANUNG

Ihre Ausrüstungs-Checkliste

Die Landschaftsfotografie ist ein Genre, bei dem die Fotoausrüstung übersichtlich gehalten werden sollte. Speziell für diese Reise war es für mich absolut entscheidend, dass die Ausrüstung mit der ich arbeite, leicht, kompakt und portabel ist, da wir in kurzer Zeit viele verschiedene Orte erkunden wollten. Innerhalb weniger Tage sollten wir in Flugzeugen über die Landschaft hinwegfliegen, Schneemobile fahren und durch Schnee und Eiseskälte wandern. Aus diesem Grund packte ich die Phase One XT Kamera ein, wodurch ein Maximum an Mobilität mit kompromissloser Bildqualität garantiert war.

Bei den mitgebrachten Objektiven handelte es sich um passende Rodenstock Festbrennweiten: 23mm, 32mm und 70mm. Die 23mm und 32mm Objektive ermöglichten mir Weitwinkelaufnahmen mit minimaler Verzeichnung, während das 70mm perfekt war um mein Motiv näher heranzuholen. Wie auch immer Sie sich entscheiden, versuchen Sie nicht mehr als drei Objektive einzupacken.

Da ich mit leichtem Gepäck reisen wollte, beschloss ich auch ein kleines und handliches Stativ mitzunehmen. Oft bringe ich vorab noch ein paar Streifen Klebeband am Stativ oder auf Wasserflaschen an. Das ist praktisch falls ich unterwegs aus irgendeinem Grund einmal Klebeband benötige!

PACKEN

Beginnen wir mit dem Verpacken Ihrer Ausrüstung. Wenn Sie bei extremen Witterungsbedingungen herumreisen, muss die Ausrüstung auch vor Frost, Feuchtigkeit, Kondensierung, Staub, Sand etc. geschützt werden. Dafür benötigen Sie Lösungen, die es Ihnen ermöglichen, die Ausrüstung aus dem Case in Ihrem Rucksack zu transportieren und sie gleichzeitig vor Wind und Wetter zu schützen, wie z.B. gut verarbeitete, wasserdichte Inserts.

Die XT wird standardmässig in einem Hartschalenkoffer mit speziell angefertigten Schaumstoff-Trenneinsätzen geliefert, wodurch jedes Einzelteil optimal geschützt wird. Diese Einsätze können einfach herausgenommen und im Rucksack verstaut werden. Zum Schutz vor Feuchtigkeit empfiehlt es sich ausserdem, in jedem Kameraeinsatz ein paar Päckchen Silica-Trockenmittel zu verstauen. (Sofern man es einzeln verstaut)

Checkliste:

- Rucksack für schnelle Aufnahmebereitschaft unterwegs

Leicht auswechselbare Einsätze, damit die Ausrüstung in allen Umgebungen geschützt ist

- Silica-Päckchen gegen Feuchtigkeit

- Kleidung, die für extreme Umgebungsbedingungen geeignet ist

EINE GESCHICHTE ENTWICKELN

Es hat Jahre gedauert, bis ich verstand, dass die grösste Bildwirkung und die stärkste Verbindung beim Betrachten meiner Fotografien entsteht, wenn sie eine spannende Geschichte erzählen. Die Erzählung, die sich beim Betrachten eines Bildes oder einer Bildserie entfaltet, macht die Aufnahmen unvergesslich. Genau das ist es, was ich mit meinen Bildern erreichen möchte.

Geduld ist der Schlüssel
Die letzte wichtige Zutat für grossartige Geschichten ist Geduld. Ausdrucksvolle Landschaftsfotografien benötigen eben Zeit. Sie werden Stunden, Tage und manchmal sogar Jahre investieren müssen, bis Sie ihr Motiv wirklich kennen und wissen, wie Sie es perfekt und eindrucksvoll einfangen können. Ich weiss nicht, wie oft ich schon von einem Ort abgereist bin, ohne die gewünschte Aufnahme zu haben. Aber auch das macht den Reiz der Landschaftsfotografie aus.

DER WEG ZUM EIGENEN STIL - EXPERIMENTIEREN SIE!

Niemand fängt einfach an zu fotografieren und – zack – schon ist der eigene Stil voll entwickelt. Es braucht viel Experimentierfreude und Erfahrung, bis man wirklich behaupten kann, einen Stil und eine fotografische Handschrift gefunden zu haben.

Folgende Produkte verwendete Andrew Ling für seine Reise oder werden von uns dazu empfohlen:

Bild von Objektiv

Wie ich meinen Stil entwickelt habe

Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich Schwierigkeiten, meinen eigenen einzigartigen Stil zu finden. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich in verschiedene Richtungen gezogen wurde. Ich sah wunderschöne Bilder von Landschaften und träumte davon selbst dorthin zu reisen. Und als ich schließlich wirklich dort war, sahen meine Bilder den Aufnahmen, die ich zuvor gesehen hatte einfach viel zu ähnlich. Das hat meine Fotografie nicht wirklich weitergebracht.

Irgendwann folgte ich meiner eigenen Kreativität und fing an Orte zu erkunden, an denen die meisten Menschen noch nie gewesen waren oder die sie noch nie zuvor gesehen hatten. Mir fiel auf, dass Leute beim Betrachten meiner Bilder manchmal sagten: ''Das sieht aus, als wäre es auf einem anderen Planeten aufgenommen worden!'' Da wurde mir klar, dass mein persönlicher Stil allmählich Gestalt annahm und dass meine fotografische Mission darin besteht, Bilder zu erschaffen, die aussehen als wären sie nicht von dieser Welt, die die Menschen zum Nachdenken anregen, in Staunen versetzen und Emotionen hervorrufen.

Andrew Ling in Alaska am Fotografieren

 

Andrew Ling am Fotografieren

Andrew Ling

Trotz der heutigen, modernen Kamera-Technologien sind die Tipps und Hinweise eines Fotografen, der mit genau solchen Landschaftsfotografien seinen Lebensunterhalt verdient, ein guter Ausgangspunkt, um die bestmöglichen Ergebnisse beim Fotografieren an abgelegenen Orten zu erzielen und mit einzigartigen Bildern zurückzukehren. Zu diesem Zweck habt Phase One den vorliegenden Leitfaden in Zusammenarbeit mit dem Reise- und Landschaftsfotografen Andrew Ling erstellt.

Foto Andrew Ling

Wieso ist Andrew genau die richtige Person, um sein Wissen über die Landschaftsfotografie an entlegenen Orten weiterzugeben?

An seiner bisherigen Karriere als Landschaftsfotograf hatte Andrew bereits einige verrückte Erlebnisse. Die meisten davon sind hinter malerischen friedlichen Bildern von unbeschreiblicher Schönheit verborgen. Ein Beweis für seine Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern und seine kreative Vision auch unter widrigen Bedingungen umzusetzen. Bei anderthalb Meter hohem Schnee in Island festzusitzen, mit dem Auto durch das Eis eines gefrorenen Flusses zu brechen, die Nacht mitten im Nirgendwo verbringen zu müssen oder im Torres del Paine National Park um 3 Uhr morgens zu wandern – dies sind nur ein paar Beispiele, die zeigen wie unvergesslich und abenteuerlich Andrews Fototrips sind.

Und nun kommen wir zu den Filtern. Normalerweise würde ich auf einer solchen Fotoreise UV-Filter zum Schutz meiner Objektive, ND-Filter für Langzeitbelichtungen und Polfilter für satte Farben und zur Reduzierung von Blendlicht mitbringen (das Fotografieren von Schneelandschaften ist mit sehr hellen Reflexionen verbunden, die ungewünschte Lichtreflexe verursachen können). Da die XT Kamera aber über ein Werkzeug zur automatischen Bildmittelung verfügt, sind Langzeitbelichtungen jederzeit möglich ohne dass ein ND-Filter nötig ist. Ausserdem erzielt die Kamera eine unglaublich genaue Farbwiedergabe, so dass ich auch keine Polfilter einpacken musste. Jedes Zubehör das ich zu Hause lassen kann, vermindert das Gewicht, das ich im unwegsamen Gelände mit mir herumtrage.

Checkliste:

- Kamera mit nicht mehr als drei Objektiven

Stabiles Reisestativ und eine zusätzliche Stativplatte

- Filter (zum Schutz Ihrer Objektive bei widrigen Wetterbedingungen)

Weiteres Zubehör das ich immer auf Fotoreisen in abgelegene, schwer zugängliche Gegenden mitbringe:

Mindestens 3-4 Batterien, sowie Handwärmer um sie warm zu halten – besonders bei kalten Temperaturen

- Zusätzliche Speicheroptionen zur täglichen Sicherung Ihrer Fotos

- Ein kleiner Behälter mit Reinigungszubehör

- Etwas zum Schutz der Kamera bei nassen oder sandigen Witterungsbedingungen

Es geht nicht um das Bild an sich sondern um die Geschichte dahinter.

Die besten Geschichten, die Sie durch Ihre Fotografie erzählen können, sind die mit denen Sie sich persönlich verbunden fühlen. Sie werden immer die Dinge bevorzugen, die Sie lieben und für die Sie sich begeistern. Deshalb sollten Sie versuchen so viele Motive wie möglich zu fotografieren, für die Sie sich wirklich interessieren, bis Sie perfekt darin sind. Entwickeln Sie eine tiefe Verbindung zu Ihren Motiven und machen Sie das Fotografieren zu einem festen Bestandteil Ihres Alltags. Die Geschichten werden ganz natürlich entstehen und Ihre Arbeiten werden sich dadurch auszeichnen, dass sie authentisch, persönlich und voller Emotionen sind. Und genau das werden auch andere Menschen erkennen.

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Ich kann Ihnen zwar kein Rezept geben, wie Sie Ihren eigenen Stil wirklich entwickeln können (schliesslich gibt es keins!), aber ich halte es grundsätzlich für wichtig einfach möglichst viel zu fotografieren. Das mag offensichtlich klingen, aber es gibt auf dem Weg zum eigenen Stil wirklich keine Abkürzung. Man muss einfach unzählige Stunden hinter der Kamera verbringen und fotografieren. Stellen Sie eine Verbindung zu Ihrem Motiv her, lernen Sie es genau kennen und seien Sie offen für die Geschichte oder Idee, die das Motiv durch Ihre Bilder transportieren kann.

Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass Ihre künstlerische Handschrift das wichtigste Kapital ist, das Sie haben. Ihr Stil wird ein bestimmtes Publikum auf Sie aufmerksam machen, Ihnen möglicherweise zu Interviews und Kollaborationen mit Marken oder wichtigen Namen in der Branche verhelfen. Der eigene Stil wird Ihnen nach und nach den Weg aufzeigen, den Sie als Künstler zusammen mit Ihrer ureigenen Kreativität beschreiten werden.